THW – unbezahlbarer Beitrag für die Gesellschaft 

Seit seiner Gründung im Jahr 1950 ist das THW zu einer unverzichtbaren Säule der Gefahrenabwehr in Deutschland gewachsen. Neben dem per Gesetz definierten Aufgabenkatalog erfüllen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer für unsere Gesellschaft einen wertvollen Beitrag, der sich weder verordnen noch bezahlen lässt. Er ist vielmehr vom Wunsch getragen, seinen Mitmenschen zu helfen. 
Ob jung oder alt - rund 80.000 Menschen sind überzeugt von der Idee, in ihrer Freizeit ehrenamtlich technische Hilfe zu leisten, wo immer sie auf der Welt gebraucht wird. Lassen Sie sich anstecken von der Faszination des Helfens. Lernen Sie den gesetzlichen Auftrag der einzigen Katastrophenschutzorganisation des Bundes kennen, verschaffen Sie sich einen Überblick über die Technik  und die  Partner im In- und Ausland. Machen Sie sich selbst ein Bild von der Einsatzorganisationen, bei der moderne Managementinstrumente ebenso Standard sind wie Teamgeist und Verlässlichkeit.

Dabeisein und Mitmachen ist im THW keine Frage des Alters. Gebraucht werden die handwerklichen Spezialisten, die "alten Hasen" ihres Fachs, ebenso wie neugierige und motivierte Mädchen und Jungen ab zehn Jahren. Doch nicht nur als eine der schönsten Freizeitbeschäftigungen der Welt ist das THW konkurrenzfähig. Es sind auch die attraktiven Arbeitsplätze und die fairen Rahmenbedingungen, die das THW interessant machen.

Faszination Helfen: Die Geschichte des THW

Bonn. Das Technische Hilfswerk blickt auf eine ereignisreiche Entwicklung und viele Jahre ehrenamtliches Engagement zurück. Am 16. September 1950 erhielt Otto Lummitzsch den schriftlichen Auftrag des damaligen Bundesinnenministers Gustav Heinemann, mit der Aufstellung eines zivilen Ordnungsdienstes zu beginnen. Heute ist die Bundesanstalt eine der modernsten Hilfsorganisationen weltweit.
Es war die Zeit der politischen und kulturellen Veränderungen und Neuerungen im Nachkriegseuropa, als sich Heinemann und Lummitzsch am 22. August 1950 in Bonn zu Gesprächen über den Aufbau eines zivilen Schutzinstrumentes in der Bundesrepublik trafen.
Denn einen Monat später, am 16. September, hielt Lummitzsch den Auftrag Heinemanns in Händen, mit "den Arbeiten für die Aufstellung eines zivilen Ordnungsdienstes" zu beginnen. Dies war die Geburtsstunde des Technischen Hilfswerks und Lummitzsch wurde der erste Direktor. Seit 1953 ist das THW durch den Errichtungserlass des Bundesinnen-ministeriums eine Bundesanstalt. In der Epoche des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands auch zur Aufrechterhaltung der "Öffentlichen Sicherheit" gegründet, hat sich das THW seitdem in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Von Anfang an gleich geblieben, ist jedoch der eigentliche Leitgedanke der Bundesanstalt: Die humanitäre Idee, die hinter den Einsätzen der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer steht. Der humanitäre Leitgedanke und das ehrenamtliche Engagement trägt das THW nicht nur im Inland sondern auch weit über die Grenzen der Republik und Europas hinaus.

THW – die "Blauen Engel"

Seit über 50 Jahren ist das THW täglich in Deutschland im Einsatz, um technische Hilfe zu leisten: Von den Unglücken, die in den sechziger Jahren die Nation bewegten, wie das Hochwasser in Hamburg und das Grubenunglück von Lengede, bis zu den Hochwassern an Elbe und Oder zu Beginn des neuen Jahrtausends reicht die kompetente Hilfe der „Blauen Engel“, wie die französische Bevölkerung die Helferinnen und Helfer des THW nach deren Einsatz in Frankreich 1999 taufte. Die Reparaturarbeiten nach der Sturmflut 1953 in den Niederlanden markieren den Beginn der Einsätze des THW im Ausland. Es folgten humanitäre Hilfsleistungen nach Dürreperioden, Bürgerkriegen und Erbeben in Afrika, Europa und Südamerika sowie in Süd- und Südostasien nach der Tsunami-Katastrophe. 2005 leistete das THW zum ersten Mal in seiner Geschichte in den Vereinigten Staaten technische Hilfe.
Durch die kompetenten, schnellen und uneigennützigen Hilfsmaßnahmen im In- wie im Ausland erbringt das THW einen Beitrag dazu, Not und Unglück zu mindern. Es verwirklicht durch seine Einsätze nach Unglücken und in seinen langfristig angelegten Wiederaufbauprojekten im Namen der Bundesrepublik weltweit humanitäre Hilfe. Dies hat nicht selten, wie nach dem Einsatz des THW in Skopje, Jugoslawien 1963, zur Vertiefung der politischen Beziehungen zwischen den Ländern geführt. Heute ist das THW als international tätige Einsatzorganisation an der weltweiten Verzahnung aller Hilfsorganisationen beteiligt.

THW – einmalig in seiner Struktur

In den 55 Jahren seit seiner Gründung hat das THW stets neue Wege beschritten und sich kontinuierlich zu einer der modernsten Hilfs-organisationen weltweit entwickelt, deren Faszination, Menschen in Not zu helfen, sich in der steigenden Zahl der Helfer wiederspiegelt. Diese Wege wurden von vielen Förderern begleitet. Einer dieser Gönner war der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher, der den Wert des Katastrophenschutzes für die Bevölkerung erkannte und die in den siebziger Jahren beginnende Neuorientierung des THW förderte.
Heute ist das THW bestrebt, sich den verändernden Gefahrenlagen anzupassen und seine Strukturen zu optimieren. Von 2002 bis 2006 ebnete Dr. Georg Thiel als Präsident der Bundesanstalt den Weg der Modernisierung: "Das THW soll eine der modernsten Einsatzbehörden werden. Ehren- und Hauptamt werden dieses Ziel gemeinsam gestalten. So als ob ein Zahnrad ins andere greift", sagte Thiel in seiner Antrittsrede. Den Weg der Modernisierung und des Wandels möchte das THW auch in Zukunft weiter beschreiten. Ganz nach dem Ideal des ersten Bundesinnenministers und späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann: "Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte."

Unser Aufgabenspektrum – keine Angst vor großen Herausforderungen

Es ist das vielfältige Aufgabenspektrum, das Engagement und die Qualität ihrer Arbeit, mit der sich die Angehörigen des THW seit der Gründung des THW im Jahr 1950 im In- und Ausland ihren guten Ruf erarbeitet haben.  Egal, welche Art der technischen Hilfeleistung benötigt wird, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des THW beherrschen ihr Handwerk.  
Technische Gefahrenabwehr
• Orten, Retten und Bergen
• Räumen und Sprengen
• Retten aus Wassergefahren
• Bekämpfen von Überflutungen und Überschwemmungen
• Beleuchten von Einsatzstellen
Technische Hilfe im Bereich der Infrastruktur
• Elektroversorgung
• Trinkwasserversorgung
• Abwasserentsorgung
• Brückenbau
Führung/ Kommunikation, Logistik
• Einrichten und Betreiben von Führungsstellen
• Führungsunterstützung
• Einrichtung temporärer Telekommunikationssysteme
• Einrichten und Betreiben von Logistikstützpunkten
• Verpflegung und Betreuung von Einsatzkräften
• Materialerhaltung, Reparatur- und Wartungsarbeiten für Einsatzausstattung
• Verbrauchsgütertransport für Einsatzbedarf 
Technische Hilfe im Umweltschutz
• Ölschadenbekämpfung
• Wasseranalyse 
Versorgung der Bevölkerung
• Strom- und Trinkwasserversorgung
• Abwasserentsorgung
• Errichtung und Einrichtung von Notunterkünften und Sammelplätzen mit entsprechender Infrastruktur
Weitere technische Hilfeleistungen
• technische Hilfe auf Verkehrswegen
• Höhenrettung
• Tauchen
• Behelfsmäßiger Straßenbau
• Wartung von Zivilschutzeinrichtungen (Notbrunnen, Schutzräume)

Humanitärer Botschafter per Gesetz und Tradition

Immer dann, wenn das THW im Ausland hilft, hilft die Bundesrepublik. Das THW ist die einzige staatliche Katastrophenschutzorganisation des Bundes und leitet ihren  Auftrag zur technischen Hilfeleistung im Ausland aus einem Gesetz ab.   
Diesen Auftrag erfüllt das THW, eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesinnenministers, ebenso kompetent wie seine Hilfe im Ausland. Seit über 50 Jahren leistet das THW inzwischen humanitäre Hilfe rund um den Globus. Begonnen hat diese lange Tradition mit dem Einsatz des THW im Jahr 1953 zur Bekämpfung eines der verheerendsten Hochwasser in den Niederlanden. Tausende Einsätze sollten folgen. Darunter die Hilfe zur Suche und Rettung von Erdbebenopfern, die Trinkwasserversorgung in Afrika oder Wiederaufbaumaßnahmen im ehemaligen Jugoslawien und jüngst in Afghanistan.

Hobby, Beruf oder Förderer

So vielfältig wie das THW sind auch seine Möglichkeiten, sich zu engagieren. Der Klassiker einer Mitgliedschaft ist sicherlich das ehrenamtliche Engagement. Rund 80.000 Menschen zwischen 10 und 99 Jahren empfinden das THW als eine der schönsten Nebensachen der Welt. Sie genießen die Gemeinschaft und helfen mit ihren Fähigkeiten die Not der Menschen in Deutschland und in der Welt zu lindern.
Wer diese Arbeit ideell und mit finanziellen Hilfen unterstützen möchte, kann sich den Vereinigungen der Freunde und Förderer des THW, allesamt eingetragene Vereine, anschließen. Sie sind sowohl auf Bundes- und Landesebene als auch vor Ort zu finden. Eine finanzielle Unterstützung ermöglicht es den Einheiten, zusätzliche technische Ausstattung anzuschaffen oder Umbauten an den Unterkünften vorzunehmen. 
Ebenso privatrechtlich organisiert ist die Nachwuchsorganisation des THW, die THW-Jugend e.V.. Sie verfügt heute über mehr als 15.000 Mitglieder und fördert den jugendpflegerischen Teil der Ausbildung der Junghelferinnen und Junghelfer.
Doch jenseits dieser ehrenamtlichen Mitwirkung gibt es auch die Möglichkeit, einer hauptberuflichen Mitarbeit. Rund 850 Angestellte, Beamte und Arbeiter sind heute bei der  Bundesbehörde THW beschäftigt. Selbstkritisch und innovativ hat sich das THW dabei in den letzten Jahren zu einem modernen Dienstleister gewandelt. Einerseits verlangt er zwar  seinen Mitarbeitern als Einsatzorganisation ein hohes Maß an Flexibilität und Geschlossenheit ab. Andererseits bietet er jedoch auch eine Fülle von Vorzügen. Leistungsprämien, flexible Arbeitszeiten, Telearbeit und ein breites Fortbildungsangebot sind nur einige Beispiele. 

THW als Hobby

Sie interessieren sich für den Umgang mit moderner Technik, arbeiten gerne im Team und möchten anderen Menschen helfen? Dann sind Sie bei uns genau richtig.
Doch wann kann ich in das THW aufgenommen werden? Wie funktioniert das mit der Freistellung vom Wehrdienst? Welche Rechte und Pflichten habe ich und wie sieht's mit Urlaub aus? Antworten auf diese Fragen und vieles Wissenswerte mehr rund um das Technische Hilfswerk finden Sie hier.
Wann kann ich in das THW aufgenommen werden?
In das THW kann aufgenommen werden, wenn ich
• das 17. Lebensjahr vollendet habe und
• noch nicht 60 Jahre alt bin,
• die erforderliche Tauglichkeit besitze,
meinen ständigen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland habe,
• für den Dienst im THW zur Verfügung stehe,
• nicht von einer anderen Katastrophenschutzorganisation unehrenhaft entlassen worden bin,
• mich zum demokratischen Rechtsstaat bekenne,
• nicht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber rechtskräftig verurteilt wurde, es sei denn, die Vollstreckung der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt,
• nicht nach §13 des Bundeswahlgesetzes vom Wahlrecht ausgeschlossen bin.
Für interessierte Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren besteht die Möglichkeit zur Mitwirkung in einer THW-Jugendgruppe. Die Nachwuchsorganisation des THW hat sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche in spielerischer Form an die Technik des THW heranzuführen und bietet jede Menge interessantes Freizeitprogramm

Jugend im THW - Langeweile kennen wir nicht

Mit einem selbstgebauten Floß  eine Flussfahrt machen? Lernen, wie man Einsatzstellen richtig ausleuchtet oder Verletzte transportiert?  Bei einem Zeltlager mit Tausenden anderer Jugendlichen aus Deutschland tolle Tage erleben?
All dies ist möglich, wenn Du zwischen 10 und 17 Jahren alt bist und Dich einer der 930 Jugendgruppen des THW anschließt. In spielerischer Form wirst Du an die Technik des THW herangeführt, doch auch Teamgeist und Spaß kommen nicht zu kurz. Spiel- und Sportabende, Zeltlager, Nachtwanderungen, Lagerfeuer und Umweltschutzaktionen sorgen für Abwechslung.
Wer die Herausforderung und eine abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung sucht, ist bei der THW-Jugend genau richtig.
Das THW ist übrigens nicht nur was für Jungs. Von unseren 15.000 Jugendlichen sind es bereits über 2.000 Mädchen, die sich bei uns engagieren.